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Natascha Schmitt wird Vierte bei der Ironman 70.3 Europameisterschaft

Die Ironman 70.3 Europameisterschaft in Wiesbaden sollten für Natascha eigentlich nur ein letzter Materialtest und einer guter Trainingsreiz sein, sodass sie völlig entspannt dem Start entgegen fieberte. Pünktlich um 8:02 Uhr fiel der Startschuss im Raunheimer Waldsee. Natascha entschied sich für einen Startplatz am rechten Rand wodurch sie leider den Anschluss an die Spitzengruppe verlor. So kämpfte sie sich alleine durch das Wasser. Nach einer gefühlten Ewigkeit, aufgrund schlechter Sicht durch ihr Brille und leicht schwere Arme erreichte sie nach 29:07 Minuten als Achte die Wechselzone.

Nun freute sich die Frankfurterin auf ihre Lieblingsradstrecke, da sie einige Abschnitte oft bei ihren Trainingsausfahrten absolviert und sie durch den schönen Taunus führt, in dem sie aufgewachsen ist. Nach einem schnellen Wechsel reihte sie sich hinter Alexandra Tondeur ein. Auf den ersten Kilometern blieb Natascha im vorgeschriebenen Abstand dahinter. Bereits nach 20 Kilometern hatten die beiden einige Plätze gut gemacht. Im Anstieg aus Igstadt heraus Richtung Naurod fasste sich die Frankfurterin ein Herz und ging vorbei. Genau diesen Abschnitt fährt die 29jährige meist einmal pro Woche, sodass sie ganz genau weiß, worauf es dort ankommt. Nun gab es nur noch den Blick nach vorne. Heute lief es für Natascha auf dem Rad wie von selbst. „Ich fühlte mich, wie im Flow, die Kilometer flogen nur so an mir vorbei und die steilen Anstiege fühlten sich an wie kleine Erhebungen in der Straße. Ich hätte noch Ewigkeiten weiter fahren können“ so Natascha nach dem Rennen. Die Frankfurterin setze sich immer weiter von den Verfolgerinnen ab und erhöhte den Druck. Nach 2:44:01 Minuten erreichte sie überglücklich als Dritte mit knapp 5 Minuten Rückstand auf die ersten beiden Frauen die Wechselzone.

Nach einem schnellen Wechsel machte sie sich auf die Laufstrecke. Schnell hatte die Frankfurterin ihren Rhythmus gefunden und fühlte sich gut. Doch dieses Gefühl verschwand bereits nach der ersten von vier Laufrunden. Nach knapp 10 Kilometern musste Natascha die Viertplatzierte vorbei ziehen lassen. „Ich hatte sie noch gar nicht erwartet, da ich vorher noch einen Vorsprung von einer Minute zu gerufen bekommen hatte. Doch in dem Moment hatte ich auch nichts mehr zu zusetzen und musste sie ziehen lassen. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Nun versuchte ich mich mit jedem geschafften Kilometer zu motivieren“ so Natascha im Ziel. Nach 1:27:59 Minuten hatte Natascha den Halbmarathon hinter sich gebracht und durfte sich mit einer Gesamtzeit von 4:44:53 Minuten über Rang vier in einem starken Feld freuen.

„Ich freue mich riesig über meinen vierten Platz, auch wenn es die „Holzmedaille“ ist. Vor dem Rennen hätte ich niemals damit gerechnet so nah dran zu sein, sodass die Freude über die sensationelle Radleistung überwiegt. Jetzt weiß ich endlich, dass ich Radfahren kann. Heute bin ich auf dem Rad einfach über meinem Limit gefahren, sodass ich am Ende nicht mehr schnell laufen konnte. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt und Grenzen müssen verschoben werden um den nächsten Schritt zu gehen. Nun heißt es noch drei Wochen auch in den beiden anderen Disziplinen ordentlich Gas geben, sodass bei der WM vielleicht alles zusammen passt, “ so Natascha nach dem Zieleinlauf.

Nataschas Glückwunsch geht an die neue Europameisterin Camilla Pedersen (4:36:04 Minuten), die Zweitplatzierte Anja Beranek (4:40:29 Minuten) und Alexandra Tondeur (4:43:14 Minuten) als Bronzemedaillengewinnerin sowie Boris Stein als Sieger bei den Männern.

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