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Tour de Feminin

Vom 5.-8. Juli fand in Tschechien die Tour de Feminin, auch Krasna Lipa genannt, statt. Von der Squadra Scappatella waren mit Daniela Pintarelli, Christina Kollmann, Christina Perchtold und Jacqueline Hahn 4 Mädels im Nationalteam vertreten.

Wir alle kannten die Rundfahrt ja schon von vorhergehenden Jahren und wussten, dass es kein Honigschlecken sein würde, was vor allem auf das sehr selektive Streckenprofil zurückzuführen war. Denn mit 405 Kilometern, ca 5000 Höhenmetern, 5 Rennen in 4 Tagen und so gut wie keinen flachen Kilometer zählt diese Rundfahrt zu den schwersten.

Am Start waren dieses Jahr 123 Fahrerinnen aus 20 verschiedenen Teams.

Die erste Etappe führte uns über sehr sehr hügelige 110 Kilometer. Das Feld blieb eigentlich bis zum letzten steilen Schlussanstieg ziemlich geschlossen. Dieser Schlussanstieg hatte es in sich, sollte er uns ja die ganze Rundfahrt über begleiten. Er führte über eine ziemlich steile, schmale Straße durch den Wald wo oben auf der Kuppe dann noch eine etwa 2 Kilometern Abfahrt bis ins Ziel wartete. Das Feld wurde gesplittet und viele kleine Gruppen kamen ins Ziel. Wir 4 konnten uns gut behaupten und hielten alle unseren Rückstand in Grenzen. Das Ziel des Tages, nicht viel zu verlieren, war somit erfüllt.

Das zweite Teilstück führte uns über 100 Kilometer und wieder 2 mal über den bekannten Anstieg durch den Wald. An diesem Tag sollte das Highlight schon vor dem Start kommen! Tinas Schaltseil war einige Minuten vor dem Start gerissen und es sah so aus als ob sie nicht starten könnte. Doch dank dem Deutschen Nationalteam, welche ihr ein Ersatzrad zur Verfügung stellten, konnte sie am Schluss mit dem fremden Rad sogar noch den 19. Rang erspurten. Auch wir anderen waren im ersten großen Feld vertreten.

Der 3. Tag war vor allem eines - Stressig!

Schon um halb 8 mussten Jacqui und ich zum Start vom Zeitfahren, welches in Polen stattfand. Auch hier fanden wir dieselbe Strecke wie im Vorjahr. Da wir in der Gesamtwertung alle ziemlich kompakt lagen starteten wir dicht beieinander. Das Zeitfahren war für mich ein besonderes Highlight, weil ich, da ich ja kein Zeitfahrrad mit hatte, mit Pavels Rad fahren durfte. Ich war so fasziniert von der Elektronik-Schaltung, dass ich gar nicht merkte wie schnell das Rennen vorbei war. Danach waren wir alle nur müde und versuchten die kurze Zeit die uns blieb zum Erholen zu nutzen.

Nachmittag meinte es der Wettergott allerdings nicht so gut mit uns. Ein furchtbares Gewitter mit Blitz und Donner zwang die Organisatoren dazu das Rennen um 40 Minuten zu verschieben. Durchnässt starteten wir also um 16:30 das gekürzte 75 Kilometer lange Rennen. Das Tempo war hoch, vermutlich wollte jeder so schnell wie möglich ins Ziel kommen. Ich fühlte mich das ganze Rennen über ausgezeichnet und konnte mich über die Berge immer vorne halten. Tina hatte leider schon wieder einen Defekt, jedoch schaffte sie den Anschluss und konnte im Sprint den 12. Platz belegen. Ich und Jacqui belegten die Plätze 21 und 22.......

Der letzt Tag versprach noch einmal einiges an Spannung. Viele Bergwertungen und 3 mal unser steiler Schlussberg. Etwa bei Kilometer 40 sprengte sich unser Feld bei einer Bergwertung. Von uns schaffte es nur Dani vorne dabei zu sein. Jacqui und ich verpassten die Gruppe um ein Haar und befanden uns in einer etwa 30-Frau Verfolgergruppe. Tina hatte schon wieder Defekt, doch dieses mal schaffte sie aufgrund des hohen Tempos am Berg den Anschluss nicht mehr.

Dani verpasste an diesem Tag eine Spitzenplatzierung aufgrund eines Sturzes einer anderen Fahrerin in der Zielkurve. Doch sie konnte in der Gesamtwertung den guten 17. Platz belegen. Ich und Jacqui wurden 22. bzw. 23. der Etappe.

In der Gesamtwertung wurde ich schlussendlich 29.

Mit unseren Rängen 17, 29, 31 und 43 zeigten wir ein sehr kompaktes Mannschaftsergebnis und mit unserem Sieg in der Teamwertung leisteten wir sowieso was ganz besonderes. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir 4 Minuten Vorsprung auf Italien bzw. 6 Minuten Vorsprung auf Deutschland hatten!

Alles in allem eine sehr schwere und anspruchsvolle Rundfahrt mit vielen Defekten aber einer super Teamleistung.

 

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