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Sieg beim Welser Kirschblütenrennen

51. Kirschblütenrennen Wels 171,6km 4:21:36h

10-Jahre nach seinem ersten  schafft Stefan Rucker das Double beim Klassiker.

Unter schwierigsten Witterungsverhältnissen ist der angehende Berufspilot 160km lang Teil einer Spitzengruppe. Nach 171,6km siegt er solo vor dem Tschechen Vojtech Hacecky +6sec (Dukla Praha) und Gourmetfein Teamkollege Ricci Zoidl. Stephan Rabitsch als 9er und Werner Riebenbauer mit dem Sieg im Sprint des Feldes komplettieren die Leistungsshow der Gastgeber. Nur 55 der 133 Starter schaffen es den extremen Bedingungen zu trotzen.

Bereits nach 8km kommt es zu einer ersten Vorselektion, doch nicht Wind, Regen und Temperaturen um 7°C, sondern ein Sturz splitet das 133 Mann starke Fahrerfeld in mehrere Teile.

15km später, auf der ersten Bergwertung steht eine gefährliche 14er Gruppe, in der alle namhaften Teams vertreten sind.

Gleich drei der Spitzenreiter tragen das grüne Trikot des Veranstalterclubs ARBÖ Gourmetfein Wels. Einer davon ist Stefan Rucker, der Sieger der 41. Austragung dieses österreichischen Radsportmonuments, aber auch Vorjahressieger Dejan Bajt (Slo) ist ein gefährlicher Mann an der Front.

Innerhalb der ersten zwei Rennstunden wächst der Vorsprung der 14 auf über drei Minuten. Weit mehr als den Favoriten Zoidl und Eibegger lieb ist. Sie formieren das gesamte Team Gourmetfein Wels an der Spitze des Feldes. Bedingungslos stellen sich Riebenbauer, Marin und Co in den Dienst ihrer in Top Form befindlichen Team Kollegen.

Unter dem Tempodiktat der Hausherren vom Team Gourmetfein Wels halbiert sich, der Vorsprung der Fluchtgruppe stetig. Exakt 1:30min beträgt dieser bei der vierten und letzten Passage, des Mistelbacherberges.

Nicht nur der Vorsprung, auch die Spitzengruppe halbiert sich im Finale. Eine Situation die Riccardo Zoidl gnadenlos nützt.

Er prescht nach vor, holt Fahrer um Fahrer ein. 30km vor dem Ziel ist er Teil der nur noch 13 Mann starken Gruppe.

Zum Held des Tages wird aber ein anderer. 10 Jahre nach seinem ersten Sieg beim Welser Klassiker kann neuerlich Stefan Rucker jubeln. Der angehende Berufspilot zündet nach über 150km auf der Flucht seine Turbine. Mit seinen sprichwörtlich letzten Tropfen Kerosin im Tank entflieht er der Gruppe. "Eigentlich wollte ich mit meinem Angriff nur Riccardo Zoidl helfen, dass es 10 Jahre nach meinem ersten Sieg ausgerechnet im Trikot des Veranstalters wieder klappt ist wie ein Traum!", kann der 32-jährige sein Glück kaum fassen.

6sec dahinter gewinnt der Tscheche Vojtech Hacecky den Sprint der Verfolger vor Ricci Zoidl (Team Gourmetfein). Stephan Rabitsch fightet auf Rang 9. Captain Werner Riebenbauer (beide Team Gourmetfein) gewinnt als 14er den Spurt des Feldes und komplettiert die Glanzvorstellung der Grünen.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung, eine Fußnote die Sie morgen in keiner Zeitung lesen werden und über die vielleicht auch niemand sprechen wird.

Ein junger Mann aus Wels war heute von Beginn an Teil der Spitzengruppe. Bei seinem Heimrennen war er drauf und dran das mit Sicherheit beste Ergebnis seiner noch jungen Laufbahn einzufahren. Nur 30, 40km vor dem Ziel bekam er dann die Order sich zurückfallen zu lassen, um den heranbrausenden Ricci Zoidl bei dessen fulminanter Aufholjagd zu unterstützen. Als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt hat er diesen „Befehl“ umgesetzt, sein Spitzenresultat war somit passe. Dennoch hat er sich im Ziel mit Rucker und Zoidl gefreut als ob es sein Erfolg wäre. Zurecht! Denn es war sein Erfolg, für mich war er heute nämlich das Zünglein an der Waage. Paul Illenberger ich ziehe hier und jetzt meinen Hut vor dir und verneige mich zutiefst! Gratuliere…

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