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Grüezi miteinand

Mario Fink im Zielkanal

Nach dem unerfreulichen Ende meines ersten Saisonziels in Klagenfurt war klar, es muss sofort ein Ersatz her. Also hat sich der IM Zürich angeboten. Anreise kurfristig möglich und auch die Strecke sollte der Beschreibung nach nicht schlecht passen.

Die Vorbereitungen waren in trainingstechnischer Hinsicht sehr ähnlich zu denen vor Kärnten. Etwas Training zu Beginn der ersten Woche um zu sehen ob ich mich von der Gehirnerschütterung (und einem verschobenen Wirbel im Halsbereich, wie mich Doc Schwab während des Einrichtens aufklärte) wieder erholt hatte. Danach war wieder die Prozedur der Saltin Diät am Programm und das damit verbundene Tapern für den Wettkampf. Körperlich fühlte ich mich schon wieder sehr gut doch mental hat es doch ein paar Tage gedauert um mich auf das neue Ziel einzustellen und mich mit dem Gedanken eines neuen Hauptwettkampfes zu motivieren. DOCH es ist mir gelungen.

Am Donnerstag hab ich mich dann mit Sack und Pack auf den Weg in die Schweiz gemacht. Alles hat sehr gut funktioniert. Der Wettkampf und das ganze Ambiente ist viel ruhiger als bei den anderen Ironmännern und erinnert teilweise fast an kleinere “Wald und Wiesen Bewerbe” mit familiärer Atmosphäre. Zum Beispiel gibt es keine Wechselsäcke, sondern alles liegt direkt beim Rad bereit. In meiner Situation war mir das aber nur recht denn so konnte ich mich voll auf Rennen konzentrieren.

Auf der Startliste tauchten viele hochkarätige Namen auf. Unter anderem auch eine hervorragende Delegation aus Österreich mit Max “Rocco” Renko, Niko Whlidal und Daniel Pernold. Allen voran muss aber der Lokal-Matador Ronnie Schildknecht genannt werden und gegen ihn war, wie ich schon vorwegnehmen kann, auch kein Kraut gewachsen!!

Trainer Gerald reiste am Samstag an. Somit war alles sehr gut vorbereitet. Einziger Wehrmutstropfen war die Wetterprognose…

Zum Rennen: Start der Profis war um 06:55 fünf Minuten vor der restlichen hungrigen Meute auf der Landiwiese in Zürich. Ich ordnete mich nach dem Start recht gut in die zweite Gruppe rund um Schildknecht, Whilidal und viele andere Favoriten ein. Doch aufgrund kleinerer Orientierungsschwierigkeiten durch leichte Schwindelattacken schwamm ich teilweise nicht die optimale Linie und verlor dadurch etwas Zeit. Jedoch noch lange kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. Nach zwei Runden mit Landgang im Zürisee war der Spuk auch schon vorbei und ich schwang mich aufs Velo (um etwas im Schweizer Slang zu bleiben ;) ) Ich fand einen guten Rhythmus und konnte mit der Gruppe gut mithalten. Doch dann war es soweit. Pünktlich als wir das flache Nordufer verließen und in bergiges Terrain abbogen begann es zu Regnen. Und nicht etwa leichtes Nieseln, Starkregen von allen Seiten! Bei 12°C Außentemperatur kein Spaß. Außerdem wird’s in den kurvigen Abfahrten richtig gefährlich. Kein Vorteil für mich als “Hosenscheißer”. Mit hohem Kraftaufwand konnte ich in den flachen Passagen aber immer wieder zu meinen Mitstreitern aufschließen und hielt mich zwischen Position 8 und 20 je nach Platzierung in der Gruppe. Der Regen wurde wieder etwas weniger doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Genau wie in der ersten von zwei Runden zog das nächste Gewitter über die Region, diesmal sogar mit Hagel. Tut bei 40-50km/h ganz schön weh mit ärmellosem Dress… Aber auch das haut einen Steirer nicht um und ich versuchte abermals im flachen Boden auf die guten Abfahrer gut zu machen. Leider mit mäßigem Erfolg denn durch die Kälte braucht der Körper noch mehr Energie und somit schwinden auch die Kräfte schneller als bei warmen, trockenen Temperaturen.

Also schneller Wechsel in die Laufschuhe und noch einen flotten Marathon herunterbiegen. So der Plan. Ich bin ganz gut auf Position 14 oder 15 auf die Strecke gegangen und konnte gleich einen guten Schritt finden und ein paar Gegner einholen. Doch dann kam er, der Mann mit dem Hammer. Diesmal schon bei Kilometer 20. Der Kraftakt am Rad hat doch viel an Substanz gekostet und somit würde aus dem flotten Marathon ein Kampf ums Überleben. Cola bei jeder Labestation und Zähne zusammenbeißen lautete die Devise und diese hat mich zum Glück ins Ziel gebracht. Es war sicherlich das bisher härteste und brutalste Rennen für mich. Vorallem weil ich mit solchen Bedigungen nicht sehr gut zurecht komme und vielleicht auch weil ich mich nicht auf einen so harten Wettkampf eingestellt hab.

ABER das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:

13.Rang in einem TOP besetzten Rennen ist sehr zufriedenstellend. Außerdem konnte ich die beste österreichische Leistung abliefern. Die Zeit von 9:08 ist im Nachhinein betrachtet und vor allem im Vergleich zu den anderen Zeiten auch wirklich nicht schlecht.

Es war mit Sicherheit kein perfektes Rennen aber ich hab durchgebissen und wurde mit einem super Ergebnis belohnt!!

Jetzt gibt’s erst einmal ein paar Tage Regeneration und dann werden weiter Pläne für das annähernd perfekte Rennen geschmiedet ;)

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