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Der Teufel trägt Prada

Oder so, heißt es ja bekannterweise. Was passt nun besser auf ein diabolisches 29er Hardtail aus dem Vorarlberger Hause Simplon? Exakt: Schwarzes Gold der Steiermark, und hier meine ich nicht das ebenso wertvolle Kürbiskernöl aus diesen Breiten.

Als begeisterte Edelhobette mit einer beruflich bedingten Affinität zur Technik ist es mir schon länger ein Privileg, diverse Laufräder aus den Bärnbacher Hallen ausführlichen fahrdynamischen Tests zu unterziehen – quasi Meinungsbildner. So auch die, für 2012 neuentwickelten Squad 2.5 MTB 29‘‘, mit denen man dem 29 Zoll Trend der Mountainbikeindustrie nachkommt und diese Lücke in der Produktlandschaft schließt.

Das von der 26er übernommene Felgenprofil machte sehr schnell auch auf dem großen Durchmesser einen äußerst schlanken Fuß und so konnten wir bereits im Winter mit sehr stabilen und extrem steifen Laufrädern die Vorteile des 29Zöllers genießen. Die mit ca. 1550g für Nabenstandard QR15/X12 schwere Standardversion begeisterte sowohl mich als auch meinen Kollegen Johannes Holas bereits bei den ersten Ausfahrten. Das Einlenkverhalten sowie die gesamte Agilität des Bikes, Punkte, die in diversen Zeitschriften am 29 Zoll System immer wieder bemängelt werden, gewinnen durch das sehr steife Laufrad so viel an Präzision, dass ich auch in engen Trailpassagen keine dieser angeblichen Nachteile bestätigen kann. Ich muss dazu allerding vorwegnehmen, dass ich ein sehr direktes Fahrverhalten schätze und dies auch schon bei der 26 Zoll Version der Squad 2.5 genossen habe.

War es aufgrund der gesammelten Meilen oder auch nur dem Verlangen nach einem echten Stress-Test, egal, auf jeden Fall brachte mir Robert von Xentis einen neuen Satz und übergab ihn mir mit den Worten „fahr den mal eine Zeit“. Upgrade? Die noch ungelabelte Testgarnitur enthielt auf der Innenseite neben einer Art Seriennummer und dem Produktionsdatum auch noch zwei, dezent in weiss gehaltene Buchstaben: „CC“. Das sollte für die leichtere der beiden angebotenen, und auf 80kg Systemgewicht begrenzte Race-Version der Squad stehen, die Leichtgewicht Junior Holas schon länger testet und auch schon auf die Siegespodeste einiger Marathons fahren konnte - ein kurzer Check mit der Küchenwaage bestätigte dies. Diverse Materialstudien und Tuningmaßnahmen aus der Vegangenheit bescherten mir das Wissen, dass die Summe aus meinem Körpergewicht und dem Gewicht meines Razorblades darüber lagen, und zwar trocken – ein kurzer Check mit der Personenwaage bestätigte ebenso dies. Um genau zu sein brachte ich dabei an einem etwas kühlerem Trainingstag mit langer Bekleidung, Helm, Schuhen und zwei Trinkflaschen knappe 87kg auf die Waage – beinahe 10% über dem Limit sozusagen. Robert meinte das hält schon und bot mir ein zweites Päckchen Snus an.

Diesen Laufradsatz fahre ich nun seit ca. Ostern im Training und bei den bisherigen Marathons fast ausschließlich. Trotz meines, für dieses System, „Übergewicht“ kann ich keine Steifigkeitsverluste erkennen und habe auch ansonsten ein absolut sicheres Gefühl damit. Man kann also auch bei der leichteren, gewichtsreduzierten Variante immer noch von einem sehr stabilen Laufrad sprechen. Unterstreichen kann ich diese Aussage nach meinem Antreten beim Saisonauftakt in St. Veit an der Gölsen. Ein Fahrfehler brachte mir dort einen satten Durchschlag am Hinterrad ein, wo der Mantel einen beidseitigen Riss von ca. 4mm, die Felge aber rein gar nichts abbekommen haben.

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, in welcher Qualität und zu was man die, für viele von uns so bedeutende Faser verarbeiten kann.

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