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Die Las Vegas Quali ist geschafft!

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Erlebnisbericht Christoph Schlagbauer (STMK), bester Amateur beim IM 70.3 Austria:

Wenn die letzten längeren Trainingseinheiten schon Geschichte sind, nur noch kurze, schnelle Einheiten am Programm stehen und die Hauptaufgabe es ist Kohlenhydrate zu verschlingen, weiß man es steht ein Saisonhöhepunkt vor der Tür. In meinem Fall war das der Ironman 70.3 Austria: 1,9 km Schwimmen, 90,1 km Radfahren und 21,1 km laufen.

Als noch junger, eher unerfahrener Athlet hätte ich mir heuer definitiv keinen besseren aussuchen können, wenn man nach der Besetzung des Rennens geht: „Stars zum Angreifen“ ist man geneigt zu sagen, wenn man Freitag am Abend bei der traditionellen PastaParty war. Unter der breiten Masse der Hobbyathleten waren nämlich auch die Aushängeschilder der Veranstaltung wie Andreas Raelert, Faris Al-Sultan, Filip Ospaly etc. hautnah anzutreffen und für Gespräche sowie Erinnerungsfotos gerne zu haben.

Und neben genau diesen, 100 weiteren Profiathleten sowie über 2000 AgeGroupern gings um 7 Uhr in der Früh endlich los! Bereits vor dem Startschuss wird einem bewusst, warum und wofür man sich so lange und hart vorbereitet hat: Dieses Prickeln, die Ruhe vor dem Sturm, die letzten teilweise hektischen Startvorbereitungen sowie die Topstimmung Rund um den See… Es war Zeit ein tolles Rennen zu machen!

Viel hatte ich mir vorgenommen und dies auch schon vor dem Rennen in meinem Blog publiziert und genauso zielstrebig ging ich dann auch von der Suche des für mich am besten geeigneten Startplatzes bis zum Überlaufen der Ziellinie vor!

Aber von vorne:

Noch ein paar letzte Schmes und Blödeleien und dann war es so weit: Startschuss! Der nicht ganz 16 Grad warme See wurde zum Brodeln gebracht, wie sonst das ganze Jahr lang nicht. Wie ein Pfeil spannte sich das Feld Richtung erste Boje auf und ich als durchschnittlicher Schwimmer mitten drin! Noch immer bis in die letzten Haarspitzen motiviert biss ich mich an das hintere Ende einer größeren Gruppe und umrundete mit dieser die ersten Bojen und kam nach 1000m zum Landgang Richtung zweiten See: Endlich laufen, meine Spezialdisziplin! Ich konnte nämlich diese Gruppe von hinten überrumpeln und zur nächsten vorne aufschließen, mit der ich dann nach knapp über 30 Minuten aus dem Wasser in die Wechselzone kam. Noch nie zuvor bin ich so euphorisch und begeistert von meiner eigenen Schwimmleistung aufs Rad gestiegen! Das wichtigste wurde mir aber bereits nach den ersten schnellen Überholmanövern aus St. Pölten hinaus bewusst: Ich muss mich am Anfang noch ein bisschen Zügeln, das Rennen war noch lang. Es ging darauf für 18km auf die Autobahn und ich tat sehr gut daran den Rat von meinem Coach Heinrich Sickl zu befolgen: „Bitte schieß dich nicht auf der Autobahn ab! Das verleitet so sehr zum Zu-schnell-anfangen, bitte halt dich bloß zurück!“ Er hat mir dabei so sehr ins schlechte Gewissen geredet, dass ich mich sogar freiwillig überholen ließ, was normalerweise nicht so meine Art ist [;-)] . Aber er behielt so was von Recht! Erster Anstieg nach Krustetten rauf: Alle zurückeingeholt und distanziert! Und das war erst das Aufwärmtraining für das was dann folgte: Eine wahre Tempopoltzerei durch die Wachau! Mit fast durchgehend 47, 48 km/h trieb ich meine mit den Xentis Mark 1 TT bestückte Zeitfahrmaschine Richtung Anstieg nach Gansbach rauf, wo ich mitten im Männerprofifeld, das 5 Minuten vor mir gestartet war, angelangt war. Der Bewerb machte mir zu diesem Zeitpunkt so einen Spaß und der 10km Anstieg, wo ich Athleten um Athleten stehen lassen konnte, ließen zahlreiche harte Trainingseinheiten vergessen! In vollem Tempo ging es dann zurück hinunter in die Landeshauptstadt St. Pölten (mit einem kleinen Zwischenanstieg) zum Laufen.

Meine Aufholjagd am Rad, die ich mit einer Zeit von 2 Stunden 20 Minuten beenden konnte, hat doch einige Körner gekostet, wie man in unserem Nachbarland sagen würde. Dementsprechend versuchte ich mit meinen Kräften hauszuhalten und ging den abschließenden Halbmarathon für meine Verhältnisse langsam - mit einem Schnitt jeden KM knapp über 3:45 Minuten – an. Bis KM 17 fühlte sich das für mich so was von locker an, dass ich dann das Tempo steigern wollte, was mir aber nicht gelang. Im Gegenteil: Ab diesem Zeitpunkt musste mich ins Ziel kämpfen, wie es sich für einen Half-Ironman auch gehört – All Out! [;-)] Mit einer an diesem Tag für mich unglaublichen Zeit von 4:17:17 gings als Gesamt 29. und damit 5. bester Österreicher sowie bester Österreichischer AgeGrouper über die Ziellinie. Damit konnte ich mein absolut größtes Ziel erreichen: Die Qualifikation für die Ironman 70.3 WM in Las Vegas!

Mehr Infos zum Athleten könnt ihr hier nachlesen.

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